• 1960 verlosch das Feuer in den alten Backöfen einstweilig,
da es an qualifizierten Mitarbeitern mangelte. Das Handwerk
vollständig aufzugeben, stand jedoch nie zur Debatte.
Denn schon damals befand sich Willi Stenneken mitten in seiner
Ausbildung zum Bäcker. Nach seiner Meisterprüfung
1967 krempelten er und seine Ehefrau Agnes die Ärmel
hoch und begannen mit dem Umbau des Betriebes. "Es war
alles völlig überaltet", erinnert sich Willi
Stenneken. Die beiden vergrößerten das Ladenlokal
und errichteten am Standort einer angrenzenden Scheune ihre
neue Backstube.
In den folgenden Jahren wurde die Backstube mehrfach erweitert.
Nicht zuletzt auch wegen des stets anwachsenden Mitarbeiterstammes.
Denn konnten Willi Stenneken, seine Ehefrau Agnes und seine
Mutter Maria die anfallende Arbeit anfangs noch allein bewältigen,
sind heute 15 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.
Eine stolze Zahl, die auf den hohen Stellenwert manueller
Arbeit zurückzuführen ist, denn wenn Willi Stenneken
von Handwerk spricht, dann ist das wörtlich zu nehmen.
Natürlich
findet beim Kühlen und Backen modernste Technik Anwendung,
aber das Formen der Brötchen und zahlreiche andere Tätigkeiten
geschehen nach bester Bäckertradition immer noch von
Hand. "Dafür sind wir bekannt und deswegen kommen
die Leute auch zu uns", weiß Willi Stenneken. Sicher
auch, weil aus der angrenzenden Backstube jeden Morgen der
Duft von täglich 30 Brot- und 24 Brötchensorten
sowie Gebäck und Torten in das Ladenlokal weht.
Der Ausbildung des Nachwuchses misst man bei Stenneken sowohl
im kaufmännischen als auch im handwerklichen Bereich
große Bedeutung bei. So erhielten seit 1967 24 junge
Leute eine qualifizierte Ausbildung im Betrieb. 1998 schloss
Sven Liemann als Jahrgangsbester im Kreis Borken seine Gesellenprüfung
zum Bäcker ab und auch Daniela Laznie könnte ihre
Ausbildung kürzlich mit gutem Ergebnis abschließen.
Nachwuchssorgen
muss man sich familienintern ebenfalls nicht machen. Sohn
Frank tritt in die Fußstapfen seines Vaters und hat
mittlerweile seinen Bäckermeister in der Tasche. Demnächst
besucht der Betriebswirt des Handwerks für einige Monate
die Konditormeisterschule in Iserlohn, um im Spätherbst
ins elterliche Geschäft nach Rhede zurückzukehren.
"Er wird den Betrieb irgendwann übernehmen",
ist sich Willi Stenneken sicher. Doch wann er seine Bäckerkluft
zum letzten Mal überstreift, das weiß er jetzt
noch nicht.
-cs-
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